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    Börsenvereine vs. Investmentclubs



     

    Börsenvereine sind Interessengemeinschaften, welche vereinfacht ausgedrückt, die Thematik der Geldanlage an der Börse zum Inhalt haben. Es gibt zwei sehr etablierte Formen: Die studentischen Börsenvereine "spielen", mit großem Ernst und dem Ziel, virtuelles Geld zu verdienen. Investmentclubs spielen mit richtigem Geld. Die Unterscheidung klingt banal, ist aber für die Praxis höchst bedeutsam. Denn auch einsame, private Anleger verfolgen bisweilen das virtuelle, bisweilen das reale Spiel, und zwar mit Ausdauer, Verve und weitreichenden Konsequenzen.


    Studentische Börsenvereine



    Es gibt sie an sehr vielen Hochschulen, besonders angehende Mathematiker, Natur- und Wirtschaftswissenschaftler haben Spaß an der Börse und Aktienkursen. Sie verstehen meist sehr schnell, wie eine Anlage rein technisch funktioniert, auch welche Varianten von Finanzinstrumenten es gibt, haben sie rasch gelernt. Worum es geht, ist das Finden eines Systems, mit dem an der Börse nachhaltig Geld verdient werden könnte. Und das ist für die Studenten mehr als ein spaßiges Hobby. Man bedenke, dass in internationalen Investmentgesellschaften die besten Köpfe der Welt versammelt sind, man rekrutiert sie direkt von den Unis weg (zum Bedauern der übrigen Wirtschaftswelt). Zunächst lernen sie an den studentischen Börsenvereinen den Arbeitsalltag eines Maklers kennen, sind fasziniert von der großen Geschäftswelt, in der in Sekunden Millionen hin und her geschoben werden. Nach kürzester Zeit haben sie verstanden, dass in Minuten Gewinne im dreistelligen Prozentbereich möglich sind. Der geneigte Leser möge einen Augenblick Luft holen. Sie können mit modernen Derivaten (theoretisch) mit dem Einsatz von 100 Euro in 14 Tagen Millionär werden. Täglich verdoppeln sich an sehr vielen Stellen Kurswerte. Praktisch gelingt das jedoch niemandem. Praktisch verlieren etwa 95 Prozent aller Trader permanent Geld. Die Studenten lernen dies im ersten Vierteljahr. Von diesem Zeitpunkt an können sie ihr Leben lang von der Börse fasziniert und auch besessen bleiben, einige wenige von ihnen werden erfolgreiche Trader und machen später Millionen. Auch das macht den studentischen Börsenverein aus.


    Investment Clubs



    Hier setzen Männer und Frauen richtiges Geld ein, sie tun das auch gemeinsam und müssen daher die Anlageentscheidung untereinander diskutieren. Damit ist noch wesentlich mehr Brisanz garantiert. Viele Investmentclubs führen zudem ein Musterdepot bei einem Onlinebroker. Wenn Sie das Spielcasino nicht mögen (weil Sie kein Spieler sind), den Nervenkitzel inklusive geistigen Austausches hingegen schon, dann treten Sie einem Investment Club bei. Ihr Leben wird nie mehr langweilig sein, denn die Börsen stehen niemals still. Auch eine rechtliche Komponente gilt es zu beachten, denn die Mitglieder richten ein Depot ein, und sie müssen entscheiden, wann sie kaufen, wo sie ihre Verluste begrenzen und wann sie Gewinne mitnehmen. De jure bilden sie eine Anlegergemeinschaft in Form einer GbR und unterliegen bis 50 Personen und 500.000 Euro keiner Aufsicht, wenn sie gebührenfrei arbeiten. Es gibt einige Vorteile bei der Anlage in Fonds, die Mindestanlagesummen vorschreiben, und auch hinsichtlich der Gebühren. Das Hauptmotiv dürfte jedoch die Diskussion um die Entwicklungen am Geldmarkt sein. Damit unterscheiden sie sich nicht von den studentischen Börsenvereinen.


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